ࡱ; qr  !"#$%&'()*+,-./0123456789:;<=>?@ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ[\]^_`abcdefghijklmnopstuvwxyz{|}~Root Entry F1䷼CompObjbWordDocumentObjectPool`㷼`㷼 4@   FMicrosoft Word 6.0-Dokument MSWordDocWord.Document.6;  Oh+'0 D h   @d !E:\AKTUTXTE\VORLAGEN\GT_HTML.DOT;Globalisierung, Standortkonkurrenz und EntwicklungspolitikJrg Meyer-StamerJrgܥe=e5rVVV ` 222  " N8:::XxT82mr22228FJ|lJ|2282Globalisierung, Standortkonkurrenz und Entwicklungspolitik Jörg Meyer-Stamer In: Internationale Politik und Gesellschaft, Nr. 4 / 1997 Zusammenfassung Globalisierung ist ein komplexer Prozeß, der einstweilen nicht zur Entstehung eines Weltbinnenmarktes führt. Aufgrund der Globalisierung verschiebt sich die Verhandlungsposition zwischen Staat und Unternehmen. Unternehmen sind auf ein leistungsfähiges Umfeld angewiesen und daher nicht ohne weiteres mobil, werden also auch bei regulativen Eingriffen nicht sofort die Koffer packen. Der Staat spielt bei der Schaffung dieses Umfelds eine wichtige Rolle; dies eröffnet auch Potentiale für Intervention und Regulation. Standortpolitik muß nicht in erster Linie Subventionen bedeuten, sondern kann und sollte in der Entwicklung des endogenen Potentials und der Schaffung eines leistungsfähigen unternehmensbezogenen Umfelds bestehen. Intelligente Standortpolitik kann dazu führen, daß eine Region überproportionalen Nutzen aus dem Globalisierungsprozeß zieht. Dies kann Regionen in Industrie- wie auch in fortgeschrittenen Entwicklungsländern gelingen. EZ kann in fortgeschrittenen Entwicklungsländern einen Beitrag dazu leisten, allerdings nur dann, wenn sie auf Signifikanz zielt. EZ mit armen Entwicklungsländern kann die Voraussetzungen dafür schaffen, daß diese Länder nicht auf Dauer marginalisiert und aus der Standortkonkurrenz ausgeschlossen werden; dies setzt jedoch Reformen innerhalb des EZ-Systems voraus. EZ hat als Instrument zur Sicherung des Standorts Deutschland keine Zukunft, sollte jedoch stärker auf Kohärenz mit anderen Feldern der auswärtigen Beziehungen zielen. Die EZ-Community kann und sollte einen signifikanten Beitrag zur Diskussion um ein zukunftsfähiges Deutschland leisten. Interessen in der Globalisierungsdiskussion In der aktuellen Diskussion um Globalisierung können wir eine eigenartige Konstellation beobachten. Von A wie Altvater bis W wie Westerwelle gibt es eine große Koalition, die sich in der Diagnose weitgehend einig ist: Die Globalisierung führe dazu, daß Unternehmen weitgehende Freiheiten bei der Standortwahl genössen und nicht mehr an ihre Heimatbasis bzw. ihr Ursprungsland gebunden seien. Damit verschiebe sich die Verhandlungsmacht zu Lasten von Staaten und zugunsten von Unternehmen, und den Staaten bleibe nichts anderes übrig, als die Unternehmen kostenseitig weitestmöglich zu entlasten durch Steuersenkungen, lasche Umweltschutzbestimmungen, Reduzierung von Löhnen und Lohnnebenkosten und Minimierung von Überwachung und Regulierung. Diese Argumentation ist nicht völlig aus der Luft gegriffen. Aber sie ist undifferenziert und in vielen Fällen irreführend. Mit der Globalisierung steigen die Anforderungen an Unternehmen Firmen müssen sich spezialisieren, sind zunehmend auf Zulieferer, Dienstleister und unterstützende Institutionen angewiesen. Damit steigen die Anforderungen der Unternehmen an Standorte, d.h. die Regionen, in denen ihre Betriebe angesiedelt sind. Unternehmen sind daher in ihrer Standortwahl nicht frei, sondern werden solche Standorte wählen, an denen sie das für sie leistungsfähigste Umfeld vorfinden (Zulieferer, Dienstleister, unterstützende Institutionen usf.), d.h. einen gut entwickelten Mesoraum (Esser, Hillebrand, Messner und Meyer-Stamer 1995). Die Zahl solcher potentiell attraktiver Standorte wird sich von Branche zu Branche unterscheiden; in alten Industrien wie der Automobilbranche sind die Anforderungen an den Standort geringer, und die Zahl potentieller Standorte ist daher größer als in neuen Industrien. Überdies steigt die Zahl der Standorte, die prinzipiell für Ansiedlungen in Frage kommen alte Industrieregionen, in denen früher Neuansiedlungen von den ansässigen Unternehmen systematisch sabotiert wurden, betreiben heute offensive Standortentwicklung und buhlen um neue Investoren; und es finden dynamische Industrialisierungsprozesse in einigen Entwicklungsländern statt, in denen leistungsfähige Standorte geschaffen werden. Dadurch verschiebt sich unzweifelhaft die Machtbalance zwischen Staaten und Unternehmen aber nicht soweit, daß die Unternehmen alles und der Staat nichts mehr zu sagen haben. Warum gibt es dann aber so wenig Widerspruch gegen das Standortgerede der großen Koalition? Mir scheint, daß es hierfür zwei wichtige Gründe gibt. Der eine, vermutlich weniger wichtige Grund liegt darin, daß die wirtschaftswissenschaftliche Forschung hierzulande nicht eben durch Innovativität glänzt, sondern eher dazu neigt, Ansätze aus dem angelsächsischen Raum mit einiger Verspätung zu übernehmen und neuere Ansätze, die die Hegemoniestellung von Monetarismus und Angebotsorientierung in Frage stellen, werden hierzulande nur zögerlich rezipiert. Der andere, weit wichtigere Grund ist darin zu suchen, daß das oben beschriebene Globalisierungsargument den verschiedenen Akteuren in der großen Koalition gut in den Kram paßt Westerwelle & Co., weil sie hoffen, damit ein rückwärtsgewandtes, in der Tendenz sozialdarwinistisches Gesellschaftsprojekt durchsetzen zu können; Altvater & Co., weil sich von der Globalisierungsdiskussion eine neue Variante des ewig gleichen Themas die Krise des Kapitalismus ableiten läßt. Der vorherrschende Globalisierungsdiskurs ist insofern nicht analyse-, sondern interessengeleitet. Im folgenden wird es zunächst darum gehen, die Diskussion um Globalisierung und Standortkonkurrenz vom Kopf auf die Füße zu stellen. Im Anschluß daran werde ich den Zusammenhang von Standortkonkurrenz und Entwicklungspolitik beleuchten. Dabei werde ich drei Fragen nachgehen: Welchen Beitrag leistet Entwicklungspolitik zur Standortstärkung in fortgeschrittenen Entwicklungsländern? Was kann die Entwicklungspolitik in Ländern ausrichten, die beim Standortwettlauf nicht mithalten können? Und was gibt es zum Zusammenhang von Entwicklungspolitik und Standortsicherung in Deutschland zu sagen? Was ist Globalisierung Die Kernaussage dieses Abschnitts lautet: Globalisierung ist ein komplexer Prozeß, der keineswegs für alle Branchen und Regionen gleich verläuft. Er führt weder zur Schaffung eines Weltbinnenmarktes noch zur Einebnung von Standortunterschieden. Globalisierung findet in vier Sphären statt: 1. Auf dem Finanzmarkt: Hier ist das Phänomen der Gleichzeitigkeit von Globalisierung und Lokalisierung besonders ausgeprägt, denn internationale Finanztransaktionen werden in erster Linie nicht in Little Rock, Bristol und Bocholt organisiert, sondern in New York, London und Tokio. Diese Städte haben sich zusammen mit einigen sekundären Standorten zu den Zentren entwickelt, in denen der größere Teil der internationalen Finanztransaktionen stattfindet. Die Behauptung, daß in der entstofflichten Ökonomie die Standortproblematik aufgehoben (Menzel 1995, 103) sei, ist insofern nicht ohne weiteres nachvollziehbar selbst wenn es Bocholt gelänge, eine Strategie zur Entwicklung eines Standortvorteils bei Finanztransaktionen zu formulieren, wäre es recht unwahrscheinlich, daß es in die Phalanx der großen Finanzplätze einbrechen könnte. Diese Finanzplätze profitieren nämlich von vielfältigen externen Effekten und Standortvorteilen (Verfügbarkeit spezifisch qualifizierter Arbeitskräfte, hochentwickelte technische Infrastruktur, spezialisierte Dienstleistungsunternehmen), die andere Standorte nicht ohne weiteres replizieren können (Amin und Thrift 1994). Die Globalisierung äußert sich darin, daß diese Finanzplätze nicht mehr in dem Maß mit ihrem Heimatland verkoppelt sind, wie das früher einmal der Fall war (auch wenn das Ausmaß an Internationalisierung überschätzt wird: Pensionsfonds, die wichtigsten Investoren, legten 1993 in Großbritannien 20 % und in den USA sogar nur 6 % ihres Kapitals im Ausland an; The Economist 1995). Der Transfer großer Summen über Grenzen hinweg, der früher eine umständliche und teure Angelegenheit war, erfordert heute nur wenige Tastenanschläge. Weil die Transaktionskosten gesunken sind, konnte der Umsatz exponentiell steigen. Gleichwohl stimmt es nicht, daß sich die Finanzmärkte heute verselbständigt haben, denn letzten Endes sind sie mit der realen Wirtschaft, d.h. der Finanzierung von Käufen und Investitionen, verknüpft Instrumente wie Derivate sind erfunden worden, um die Risiken solcher realwirtschaftlicher Transaktionen zu reduzieren. Und es ist auch selten der Fall, daß Spekulanten eine nichtsahnende Nationalökonomie in Turbulenzen bringen, im Gegenteil: Die sogenannte Spekulationen einer Währung sind in der Regel die Konsequenz unsolider Makropolitik. Globalisierung reduziert die Handlungsspielräume für nationalstaatliche Voluntarismen, und dies muß durchaus kein Nachteil sein. 2. Auf den Gütermärkten: Der Welthandel wächst seit langem schneller als die Weltwirtschaft. Es gibt Segmente des Gütermarkts, die weltweit homogen sind. Nicht nur Duty-Free-Läden auf Flughäfen bieten auf allen Kontinenten mehr oder weniger identische Produkte an. Auch sonst gibt es eine ganze Reihe von Produkten, die überall auf dem Globus gleich aussehen viele Produkte der Unterhaltungselektronik oder PCs beispielsweise. Zugleich gibt es aber auch viele Produkte, die von Land zu Land höchst unterschiedlich sind, z.B. Waschmaschinen; und ein Weltkonzern wie Nestlé besitzt weltweit rd. 8.000 Markenzeichen, von denen aber nur 750 in mehr als einem Land und nur 80 in zehn oder mehr Ländern registiert sind (Fortune, 19.9.1994, S. 130). Ähnliches gilt im Kulturbereich: Natürlich werden Michael Jackson und Madonna weltweit verkauft, aber in Schwellenländern sind lokale Größen wie Jackie Cheung (in der chinesischen Community) oder Roberto Carlos (in Brasilien) die Spitzenverdiener und nicht die internationalen Größen (Business Week, 15.1.1996, S. 20 ff.). Kurzum: Die Vorstellung, daß ausgehend von McDonalds und Coca-Cola, Sony und Sega ein weltweit homogener Markt für Konsumerzeugnisse entsteht, ist zumindest einstweilen noch weit von der Realität entfernt. Tatsächlich passiert zweierlei: Viele Länder, die in der Vergangenheit kaum überwindliche Handelsschranken errichtet hatten, öffnen sich für Importe; damit eröffnen sich für exportfähige Industrien neue Marktchancen. Und der regionale Handel wächst schneller als der Welthandel; dies gilt für neue Integrationsräume wie NAFTA und Mercosur, aber z.B. auch für Ostasien, wo der außerregionale Handel früher den intraregionalen überwog. Damit entstehen aber bislang kaum neue Schranken, d.h. die Vorstellung, daß der Welthandel in verschiedene voneinander getrennte Blöcke zerfällt, ist falsch. 3. In den Unternehmen: Unterschiede in den Konsumentenpräferenzen zwischen nationalen und regionalen Märkten sind ein Grund (und z.B. bei deutschen Firmen der weitaus wichtigste Grund), weshalb Unternehmen sich in anderen Ländern engagieren um nahe am Marktgeschehen zu sein, um rasch auf Veränderungen in der Nachfrage reagieren zu können, auch um wichtige Konkurrenten aus der Nähe zu studieren. Die Globalisierung hat hier gerade erst angefangen. Zumindest sind die Beträge bislang relativ moderat: Das Gesamtvolumen internationaler Direktinvestitionen lag 1995 mit 315 Mrd. US-$ (UNCTAD 1996, 5) höher als je zuvor und betrug doch nur zwei Drittel von dem, was allein in Deutschland investiert wurde. Darüber hinaus lassen sich bei grenzüberschreitenden Aktivitäten von Unternehmen ganz unterschiedliche Muster beobachten. Stopford und Strange (1991, 25) unterscheiden zwischen natural resource, local for local und global, Gordon (1995) zwischen Internationalisierung, Multinationalisierung und Globalisierung. Was sich dahinter verbirgt, kann man sich leicht verdeutlichen, wenn man sich z.B. Internationalisierungsmuster deutscher Unternehmen vor Augen führt. Es gibt ja in keinem anderen Land soviele transnationale Unternehmen wie in Deutschland (der UNCTAD [1996, 8 f.] zufolge sind es 7.003, es folgen Japan mit 3.967 und Schweden mit 3.520). Dazu gehört eine Handvoll von Unternehmen wie Siemens, die versuchen, weltweit zu agieren, d.h. in allen wichtigen Weltregionen präsent zu sein, und die ihre Produktion im weltweiten Maßstab organisieren. Die Mehrzahl aber sind mittelständische Unternehmen, die z.B. eine Produktionsstätte in Frankreich, eine in Brasilien und seit kurzem auch eine in Tschechien haben. Diese Firmen sind keine global players, sondern versuchen, ihre Präsenz in wenigen Schlüsselmärkten durch Produktion vor Ort sicherzustellen. Selbst für deutsche Investitionen in Osteuropa gilt, daß der größere Teil auf den lokalen Markt zielt und nicht auf die Nutzung von billigen Arbeitskräften für Exportproduktion (Dörrenbächer und Nuding 1996). 4. Auf dem Arbeitsmarkt: Die Internationalisierung des Arbeitsmarkts ist ein Feld, das in der Diskussion um Globalisierung nicht selten übersehen wird. Es ist ja keineswegs so, daß Kapital prinzipiell mobiler wäre als Arbeit. In Deutschland beispielsweise gab es 1994 2,14 Mio. ausländische Arbeitnehmer und 1,67 Mio. Arbeitnehmer in Tochterfirmen ausländischer Unternehmen (Statistisches Bundesamt 1995, 118; Deutsche Bundesbank 1996, 54). Das Gastarbeiter-Phänomen ist keine deutsche Besonderheit, sondern auch am arabischen Golf, in Malaysia, Korea, Japan und so manchem anderen Land vorzufinden. Das heute fälschlich als Beispiel für die Beliebigkeit von Standortwahl präsentierte Beispiel der Softwareentwicklung in Indien war lange Zeit ein Modell, daß überwiegend auf dem Verleih von indischen Programmierern an Unternehmen in den Industrieländern beruhte. Es wäre natürlich überzogen, jetzt zu behaupten, daß Arbeit mobiler sei als Kapital. Dennoch: Kapital ist weniger mobil, als meist behauptet wird, und Arbeit ist bedeutend mobiler, als meist vermutet wird. Globalisierung und Standortkonkurrenz Man muß schon eine Präferenz für massive Komplexitätsreduktion haben, um Globalisierung für den Trend schlechthin in der Weltwirtschaft zu halten zumindest in dem Sinn, daß mehr oder weniger weltweit ein homogener Markt für Produkte entsteht, und auch in dem Sinn, daß Produktionsstandorte weltweit austauschbar werden. Die Daten reden eine andere Sprache. Nehmen wir die internationalen Direktinvestitionen. Hier hat es letzthin eine starke Verschiebung gegeben: War es traditionell so, daß rd. 80 % der Direktinvestitionen zwischen Industrieländern getätigt wurden, so hat in den letzten Jahren der Anteil der Entwicklungsländer auf 35 - 40 % zugenommen. Es sind freilich nicht die Entwicklungsländer schlechthin, in denen sich ausländische Firmen engagieren, sondern es ist eine kleine Gruppe. Betrachtet man die Top Ten unter den Anlageländern, so hat es hier in den letzten 25 Jahren nur wenige Verschiebungen gegeben, und insgesamt tauchen nur 13 Ländernamen auf ( REF _Ref374876263 \* FORMATVERBINDEN Tabelle 1). Und die dramatische Zunahme der Direktinvestitionen in Entwicklungsländern läßt sich mit einem Wort erklären: China. In allen anderen Ländern sind die Zuwächse weniger spektakular. Aber es ist nicht nur so, daß sich die Investitionen auf wenige Länder beschränken. Auch innerhalb der Länder verteilen sich ausländische Investoren nicht gleichmäßig über das Territorium. Im Gegenteil: Betrachtet man die Ergebnisse einer Studie der OECD (Vet 1993), so ergibt sich ein klares Bild: Ausländische Investitionen konzentrieren sich dort, wo Löhne hoch, Immobilien teuer und die Straßen ewig verstopft sind. In Deutschland ist dies z.B. der Raum Frankfurt, in Frankreich Paris, in England der Südosten. Weniger polemisch formuliert: Nur eine Minderheit der Investoren sucht grüne Wiesen und billige Arbeitskräfte. Das Hauptmotiv für Investitionen im Ausland ist wirtschaftliche Dynamik im Zielland, und da möchte der Investor mitten hinein, um an den gleichen Standortvorteilen teilzuhaben, von denen auch seine Konkurrenten im Zielland profitieren. Ein Unternehmen, das z.B. ein Tochterunternehmen zur Softwareentwicklung in Indien gründen will, ist gut beraten, nach Bangalore zu gehen auch wenn die Löhne vielleicht in Madras niedriger und Programmierer genauso qualifiziert sind. Aber in Bangalore gibt es nicht nur ein reichliches Angebot an erfahreren Arbeitskräften, sondern auch andere günstige Standortfaktoren leistungsfähige Kommunikationsverbindungen ins Ausland, ein reichhaltiges Angebot an Kleinbetrieben, an die man Unteraufträge vergeben kann (was wichtig ist, wenn Termine drängen und die eigenen Programmierer allein nicht rechtzeitig fertig werden), eine lokale Administration, die die Branche fördert, und anderes mehr (Stremlau 1996). Die theoretische Begründung für die Vorteile der Konzentration von Unternehmen einer Branche an einem Ort bzw. in einer Region liefert die Innovationsökonomie, d.h. jener Zweig der Volkswirtschaftslehre, in dem dem Zusammenhang zwischen technologischer Entwicklung und Innovationsverhalten in Unternehmen und der Entwicklung von Industrien und letztlich der Volkswirtschaft insgesamt nachgegangen wird (OECD 1992, Freeman 1994). Innovationen, so eine der Kernaussagen, entstehen durch Interaktion zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden, einem Unternehmen und seinen Lieferanten, zwischen Unternehmen einer Branche (z.B. bei strategischen Allianzen, aber auch im Rahmen von Verbandsaktivitäten) und zwischen Unternehmen und Technologieinstituten, Ausbildungseinrichtungen, Banken und anderen unterstützenden Einrichtungen. Sind Unternehmen einer Branche und Technologieinstitute räumlich konzentriert, so kann es zu einem dichten Geflecht an formellen und informellen Kooperationsbeziehungen und an Informationsaustausch kommen. Es entstehen positive externe Effekte, weil Unternehmen z.B. Informationen über neue Lieferanten oder Prozeßtechniken nicht geheimhalten können. Weil dies allen Unternehmen so geht, entsteht ein Positivsummenspiel, d.h. alle Unternehmen profitieren der Nutzen durch die Teilhabe an Informationen aus anderen Unternehmen ist größer als die Kosten der Informationspreisgabe (Storper 1995). In einem solchen Geflecht laufen Lernprozesse in den Unternehmen schneller ab als in Firmen, die isoliert operieren. Andere ökonomische Vorteile räumlicher Nähe kommen hinzu: Die Transaktionskosten zwischenbetrieblicher Beziehungen sind geringer als bei entfernten Unternehmen, weil die hohe Informationsdichte und Transparenz aufwendiges Einholen von Informationen und die detaillierte Kontrolle der Interaktionen unnötig machen. Wenn Unternehmen häufig zusammenarbeiten, kann überdies der Aufwand für Vertragsgestaltung weit geringer ausfallen. Ein Standort, an dem ein differenziertes Geflecht von Zuliefer-, Lohnfertigungs- und Dienstleistungsunternehmen sowie unterstützenden Institutionen für eine Branche existiert, kann nicht innerhalb kurzer Zeit geschaffen werden, sondern entsteht als Ergebnis eines längerfristigen Entwicklungs- und Differenzierungsprozesses (Porter 1990). Ein solcher Standort bietet Vorteile, die andernorts nicht ohne weiteres nachgeahmt werden können. Ein Unternehmen, das an einem solchen Standort angesiedelt ist, wird Entwicklung, Produktion und Verwaltung nicht leichtfertig an einen anderen Ort verlegen, und andere Unternehmen werden danach streben, in hochwertigen Standorten zumindest einen Fuß in die Tür zu bekommen (z.B. durch die Gründung von Tochterunternehmen oder die Ansiedlung von Entwicklungslabors). An einem solchen Standort verschiebt sich damit die Verhandlungsposition zwischen Staat und Unternehmen: Die Abwanderungsdrohung eines Unternehmens ist weit weniger plausibel als an einem Standort, der im wesentlichen aus grünen Wiesen besteht und keine spezifischen Vorteile bietet. Wenn es in einer Gesellschaft gelingt, eine größere Zahl solcher hochwertiger Standorte zu schaffen, so schafft dies nicht nur die Basis für dynamische wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch für Maßnahmen, die von Unternehmen zunächst als lästig empfunden werden, wie Regulierung, Umweltschutz und Umverteilung. Standortkonkurrenz ist ein Stichwort für ein Phänomen, hinter dem sich drei idealtypische Konstellationen verbergen. Zum einen gibt es, insbesondere in alten Industrien, die Konkurrenz zwischen alten und neuen Standorten. Ein zentrales Definitionsmerkmal für alte Industrien ist in diesem Kontext, daß es wenig Geheimnisse gibt: Die wesentlichen Prozeßkenntnisse sind in Hand- und Lehrbüchern niedergeschrieben und/oder lassen sich bei Investitionsgüterherstellern und Ingenieurfirmen käuflich erwerben; Beispiele dafür sind bestimmte Bereiche der Stahl- und Chemieindustrie (z.B. Baustahl oder PVC) sowie die Automobilindustrie. In solchen Industrien sind die Anforderungen an Standorte geringer, weil die Bedeutung des kontinuierlichen Informationsaustauschs und kollektiver Lernprozesse geringer ist als in neuen Industrien, in denen ein großer Teil des wichtigen Wissens nicht formalisiert und niedergeschrieben bzw. käuflich ist, sowie in mittelständisch strukturierten Industrien (z.B. Möbel- oder Bekleidungsindustrie), in denen die Unternehmen aufgrund des hohen Innovationsdrucks auf kollektive Lernprozesse und die Unterstützung durch externe Institutionen angewiesen sind. Daher haben in alten Industrien alte Standorte systematische Probleme: Die Strukturen sind verkrustet (so daß z.B. organisatorische Innovationen schwer durchzusetzen sind) und Löhne, Steuern und Umweltschutzausgaben sind hoch, während die überkommenen Standortvorteile kontinuierlich an Bedeutung verlieren. Neue Standorte bieten weniger spezifische Vorteile, aber darauf legen Unternehmen in alten Industrien auch immer weniger Wert; allgemeine Vorteile wie eine hinreichend qualifzierte Arbeiterschaft, eine ausreichende Infrastruktur und Flächen ohne Altlasten genügen vollauf. Die Auswahl an Standorten dieser Art ist groß, und wenn es nicht wie in der EU eine Subventionskontrolle gibt, wird zwischen solchen Standorten ein Subventionswettlauf ausbrechen, denn die Ansiedlung von Betrieben aus alten Industrien ist attraktiv sie bringen Arbeitsplätze, und es ist ja nicht so, daß alte Industrien unmittelbar vor dem Exitus stünden. Der Eintritt in diese Art von Standortkonkurrenz ist insbesondere für jene Regionen eine Option, in denen es aus verschiedenen Gründen nicht gelingt, einen spezifischen Standortvorteil zu schaffen. Die zweite Konstellation besteht zwischen Regionen, in denen es gelungen ist, spezifische Standortvorteile zu schaffen. Ihre dynamische Entwicklung beruht anfänglich auf der Mobilisierung lokaler Ressourcen, so daß zunächst einmal zwischen diesen Regionen gar keine Standortkonkurrenz entsteht. In der ersten Phase spielen autonome Aktivitäten von lokalen Unternehmen die Hauptrolle. Anschließend setzen kollektive Aktivitäten ein, etwa die Einrichtung von Ausbildungs- oder Beratungseinrichtungen, die von Unternehmensverbänden unterhalten werden. Zugleich oder danach organisieren sich die Unternehmen politisch, um sich der Unterstützung des lokalen Staats zu versichern. All dies wird häufig geschehen, bevor eine dynamische Region von Unternehmen, die woanders beheimatet sind, wahrgenommen wird. Erst in diesem Moment wächst das Interesse externer Unternehmen an Investitionen in dieser Region. Sie werden auch in diesem Fall versuchen, sich ihre Ansiedlung subventionieren zu lassen, und Regionen werden darauf nicht selten eingehen. Gleichwohl ist die Verhandlungsposition der Region in diesem Fall günstiger als in der ersten Konstellation. Die dritte Konstellation vereint Elemente der ersten und zweiten. Was geschieht in Regionen, aus denen alte Industrien abwandern? Im Kern geht es hier um die Frage, wie schnell die Region (genauer: die politisch relevanten Akteure in einer Region) den notwendigen Strukturwandel in Angriff nimmt. Dies wird meist einige Zeit dauern. Erstens gibt es selten eindeutige Indikatoren für den strukturellen Niedergang einer Region, so daß strukturkonservative Akteure lange Zeit die Diagnose einer einsetzenden Strukturkrise mit plausibel erscheinenden Argumenten zurückweisen können. Zweitens neigen die lokalen Akteure zunächst dazu, den Niedergang zu verlangsamen, etwa durch Subventionen an Unternehmen, die eigentlich nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Drittens sind die Erhaltungsinteressen der alten Industrien politisch weit besser organisiert als andere Interessen, etwa die von neu entstehenden Unternehmen in neuen Branchen. Viertens gibt es das Phänomen der bounded rationality: Wirtschaftliche (und genauso politische) Akteure wägen nicht ständig alle möglichen Optionen ab, sondern haben eine spezifische Sichtweise im Kopf, worüber nachgedacht werden darf (und worüber nicht) und was akzeptable Optionen sind (und was nicht). In alten Industrieregionen existiert meist ein von vielen Akteuren geteiltes Paradigma, in dem die Handlungsoptionen in der Region definiert sind. Informationen von außen (technisch-organisatorischer Wandel, Entstehen neuer und Verfall alter Industrien, Globalisierung) werden systematisch gefiltert und selektiv wahrgenommen Informationen, die in das vorherrschende Paradigma nicht hineinpassen, werden erst einmal ignoriert. Es dauert daher meist eine ganze Weile, bis es in einer Region gelingt, eine neue Grundorientierung durchzusetzen. Das Ruhrgebiet ist ein interessantes Beispiel: Die Kohleindustrie war im Grunde seit den 50er Jahren auf dem absteigenden Ast, die Stahlindustrie wurde seit den 70er Jahren von Krisen geschüttelt, und dennoch dauerte es bis in die zweite Hälfte der 80er Jahre, ehe über eine neue Entwicklungsstrategie für die Region nachgedacht wurde. Seither hat sich in der Standortstrategie ein Wandel vollzogen: Von Versuchen der Ansiedlung externer Unternehmen hat sich der Schwerpunkt zur Mobilisierung endogener Potentiale verschoben. Allgemein formuliert: Wenn es in alten Regionen gelingt, verkrustete Strukturen aufzubrechen und sich auf ein neues Entwicklungsparadigma zu verständigen, nähern sie sich der zuvor beschriebenen zweiten Konstellation an. Diese differenzierende Sichtweise von Standortkonkurrenz hilft zu verstehen, weshalb der Abwurf neuer Fabriken über der meistbietenden Kommune, den manche Autoren für das vorherrschende Modell von Standortwahl, politik und konkurrenz halten, nur eine Erscheinung neben verschiedenen anderen ist. Freilich haben auch viele politische Akteure bis heute nicht verstanden, daß Standortpolitik nicht allein (und meist nicht primär) in der Verteilung von Subventionen besteht. In der Standortkonkurrenz gilt bislang, daß Regionen mit handlungs-, lern- und strategiefähigen Akteuren selbst bei ungünstigen wirtschaftlichen Ausgangsbedingungen gute Chancen haben, aus dem Globalisierungsprozeß Nutzen zu ziehen: Mit der Öffnung von Märkten geht der potentielle Absatzmarkt weit über den regionalen und nationalen Rahmen hinaus, und mit der gestiegenen Bereitschaft von Unternehmen zur Internationalisierung steigt die Chance, externe Investoren anzuziehen. Standortkonkurrenz und Entwicklungspolitik Entwicklungszusammenarbeit (EZ) bewegt sich heute in einem veränderten Umfeld. Sie hat mit Legitimationsproblemen zu kämpfen und muß mit geringeren Mitteln auskommen. Zugleich sind als Folge von politischer und wirtschaftlicher Öffnung die Bedingungen in vielen Entwicklungsländern heute entwicklungsfreundlicher als in den Importsubstitutionsökonomien der Vergangenheit. Standortpolitik und konkurrenz wird in diesem Umfeld in höchst unterschiedlicher Weise diskutiert: Stärkung von Standorten in fortgeschrittenen Entwicklungsländern als Ziel der Entwicklungszusammenarbeit; EZ als Instrument zur Verbesserung der Entwicklungschancen jener armen Länder, die einstweilen im Standortwettlauf marginalisiert werden; und schließlich EZ als Mittel zur Standortsicherung in Deutschland. Entwicklungspolitik und Standortpolitik in fortgeschrittenen Entwicklungsländern Fortgeschrittene Entwicklungsländer haben eine Chance, aus der Globalisierung um so mehr Nutzen zu ziehen, je besser es ihnen gelingt, spezifische Standortvorteile zu schaffen. Verbesserung der Standortqualität war seit jeher wenn auch nicht unter dieser Überschrift ein Ziel der Entwicklungspolitik, und zwar sowohl der nationalen Entwicklungspolitik der Entwicklungsländer als auch der EZ. Bislang umfaßte die bilaterale EZ mit einem Land in diesem Bereich üblicherweise eine Reihe von einzelnen, nicht aufeinander bezogenen Projekten der technischen Zusammenarbeit KMU-Förderung und Aufbau von MNPQ-Institutionen (Meß-, Norm-, Prüfwesen, Qualitätssicherung), Aufbau von Ausbildungseinrichtungen und Technologieinstitutionen, Aufbau von Institutionen der Exportförderung und dergleichen. In der traditionellen EZ zur Stärkung wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit sind zwei Probleme zu beobachten. Erstens: Die Projekte haben eher eine traditionelle technische Ausrichtung, als daß sie auf Organisationsentwicklung zielen. Dies hängt ursächlich mit der Wahl der Counterpart-Organisationen und des Projektzuschnitts zusammen. Typische Counterparts sind staatliche Institutionen der KMU-Förderung oder der beruflichen Bildung, und der typische Projektzuschnitt ist die Schließung einer Lücke im Angebot dieser Organisationen. Nicht selten zeigt sich dann im Verlauf eines Projekts, daß nicht das Fehlen spezifischer technischer Kompetenz, sondern organisatorische, konzeptionelle oder strategische Defizite des Counterparts das eigentliche Problem sind; dies kann ad hoc in die Erweiterung des Projekts um eine (notwendig improvisierte) Organisationsentwicklungs-Komponente münden. Zweitens: Projekte zielen im allgemeinen auf KMU. Damit sind sie jedoch auf eine sehr heterogene Zielgruppe ausgerichtet, denn eine Definition, die mit der Betriebsgröße als entscheidendem Kriterium operiert, faßt ganz unterschiedliche Typen von Unternehmen zusammen: Handwerks- und Industriebetriebe; kleine Firmen, die schnell wachsen, und mittelgroße Firmen, die aufgrund ihres Produktspektrums nur ein geringes Wachstumspotential haben; Betriebe im formellen wie im informellen Sektor; Zulieferer, Lohnfertiger und Hersteller von Endprodukten. KMU-Förderung ist, polemisch gesprochen, etwas ähnliches wie Sozialpolitik nur für Brillenträger. Die Alternative besteht natürlich nicht darin, Großunternehmen zu fördern. Sie besteht vielmehr darin, eine auf Branchen, Cluster und Wertschöpfungsketten abgestimmte Förderstrategie zu entwickeln. Man wird die Probleme von KMU nur dann verstehen, wenn man ihre Position in einem Cluster bzw. einer Wertschöpfungskette versteht und die vor- und nachgelagerten Produktionsschritte und die dabei beteiligten Unternehmen kennt. Es geht mithin um eine sorgfältigere Definition und Analyse der Zielgruppe. In der aktuellen Situation geht es für die deutsche EZ mit fortgeschrittenen Entwicklungsländern um folgende Entscheidung: Soll die EZ mit einem Land auch künftig aus einer Reihe von Projekten bestehen, die wenig miteinander zu tun haben und nicht aufeinander bezogen sind, oder soll mit einer klaren regionalen Schwerpunktsetzung und verschiedenen, aufeinander bezogenen Projekten versucht werden, einen signifikanten und wahrnehmbaren Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und der Leistungsfähigkeit ihres Umfelds zu leisten (Hillebrand, Messner und Meyer-Stamer 1995)? Variante 1 impliziert die Fortsetzung der Zusammenarbeit im bisherigen Stil mit bestimmten Modifikationen (weniger traditionelle TZ, mehr Organisationsentwicklung; KMU-Förderung im Kontext von Branchen-/ Clusterstrategien). Ein Vorteil dieser Strategie ist ein geringeres Risiko; Projekte dieser Art können einigermaßen effektiv und nachhaltig sein. Außerdem birgt diese Variante weniger Risiken wenn es in einer Region weniger gut läuft, klappen vielleicht Projekte in anderen Regionen. Außerdem ist die Setzung von Schwerpunkten angesichts der Vielfalt der Akteure und Interessen in der EZ ein schwieriger, konfliktreicher Prozeß. Überdies mögen auf Nehmerseite Vorbehalte gegen eine regionale Schwerpunktsetzung bestehen. Der Nachteil ist die geringe Signifikanz (Breitenwirksamkeit, Sichtbarkeit, Wiederholbarkeit) des deutschen Beitrags. Variante 2 impliziert eine regionale Schwerpunktsetzung, etwa in der Art, daß zwei oder drei Regionen im Partnerland bei der Formulierung von Standortstrategien unterstützt werden, und zwar durch ganz unterschiedliche Typen von Interventionen: Beratung der Entscheidungsträger in der Exekutive bei der Vorbereitung der Formulierung einer Strategie, Unterstützung der Formulierung durch Bereitstellung von Moderatoren und spezifischem Know-how zu einzelnen Fragen von Standortpolitik, Stärkung der Planungs- und Monitoringkompetenz von staatlichen Institutionen (Wirtschafts-/ Technologieministerium), Stärkung bzw. Aufbau von Institutionen der Wirtschaftsförderung, Stärkung bzw. Aufbau des unterstützenden Umfelds (Betriebsberatung, Ausbildungs- und Technologieinstitutionen, Exportförderung usf.). Die gleichzeitige Zusammenarbeit mit mehreren Regionen sollte mit der Stimulierung des Erfahrungsaustauschs zwischen diesen Regionen einhergehen. Diese Option ist wesentlich anspruchsvoller und insofern auch riskanter als Option 1. Falls sie jedoch erfolgreich ist und es gelingt, in einzelnen Regionen dynamische industrielle Entwicklungsprozesse zu unterstützen, so nimmt die Signfikanz des deutschen Beitrags stark zu etwas, das (zumal im Vergleich zu den bisherigen, häufig kaum wahrnehmbaren Beiträgen der EZ) der Legitimation der EZ beim Steuerzahler guttun könnte. Entwicklungspolitik und Verbesserung der Entwicklungschancen armer Länder Arme Entwicklungsländer gehören zu den Verlierern der Globalisierung sie haben Nachteile durch die Liberalisierung des Welthandels (Goldin, Knudsen & Mensbrugghe 1993) und schaffen es kaum, spezifische Wettbewerbsvorteile zu etablieren. In der EZ mit armen, strukturschwachen Entwicklungsländern wäre Unterstützung bei der Formulierung von Standortstrategie und politik ein zu ambitioniertes, den Umständen nicht angemessenes Ziel. Gleichwohl muß die EZ mit diesen Ländern mehr sein als internationale Sozialhilfe. Die schwache Performance vieler Entwicklungsländer läßt sich begreifen als Ergebnis einer Kombination einer ungünstigen Ausgangslage bei der Unabhängigkeit (wirtschaftliche Monostruktur als koloniales Erbe, insgesamt geringes Bildungsniveau der Bevölkerung) und verfehlter Entwicklungspolitik (übertriebener Zentralismus und Bürokratisierung, zu starke Staats- und zu geringe Marktorientierung, Rentenorientierung der Eliten, fehlende politische Partizipationsmöglichkeiten der Bevölkerung). Die Lösung einiger dieser Probleme war das Ziel der Strukturanpassungspolitiken der letzten 15 Jahren, die jedoch insgesamt kein Erfolg waren, weil sie zu stark auf Makroökonomie setzten und die Mesoökonomie vernachlässigten, von unrealistischen Annahmen bezüglich der Funktionsweise und fähigkeit von Märkten in armen Entwicklungsländern ausgingen und politische Entwicklungshemmnisse ignorierten. Hinzu kommt ein gravierendes Problem: Strukturanpassung ist keine Entwicklungsstrategie. In Strukturanpassungsländern ist oft unklar, in welche Richtung es gehen soll. Zentrale Fragen werden nicht gestellt, z.B.: Welche Bereiche von Landwirtschaft und Industrie sind potentialträchtig? Wo und wie können Wettbewerbsvorteile entwickelt werden, so daß die Länder ihre unfreiwillige und fatale Abkopplung vom Weltmarkt überwinden können? EZ mit diesen Ländern ist mit zwei gravierenden Problemen verbunden. Erstens hat sie eine Tendenz, perverse Anreize zu schaffen: Die schwache Performance eines Landes wird nicht mit Mittelsperre geahndet, sondern führte in der Vergangenheit nicht selten zu zusätzlichen Mittelflüssen. Erfolgreiche Länder hingegen sehen sich früher oder später dem phasing-out gegenüber. Dies Konstellation wird zumal dann, wenn das EZ-System den nationalen Eliten Möglichkeiten der Sicherung eines recht angenehmen Lebensstils ermöglicht die Entwicklungsorientierung der Elite nicht fördern. Zweitens: EZ bindet selber einen beachtlichen Teil der Kompetenz, die in einem Land durch EZ geschaffen wird. Wenn ein Land mit drei Dutzend wichtigen bi- und multilateralen Gebern (und hunderten weniger zahlungskräftigen Gebern, z.B. NGOs) zu tun hat, so bedeutet dies: drei Dutzend Geberstrategien, acht Strategiewechsel pro Jahr (wenn man konservativ davon ausgeht, daß jeder Geber einen Strategiewechsel pro Legislaturperiode vollzieht), Dutzende von Regierungsverhandlungen und hunderte von wichtigen Besuchern pro Jahr. Selbst in relativ gut strukturierten Ländern wird auf diese Weise ein beachtlicher Teil der administrativen und analytischen Kapazität gebunden (nicht nur Bürokraten, sondern z.B. auch Hochschullehrer, andere Wissenschaftler, Consultants u.a.). In schwachen Ländern ist es mitunter aussichtslos, neben der Verwaltung des Geberchaos noch eigene Politik betreiben zu wollen. Ein möglicher Ausweg aus diesen Dilemmata wurde bislang in der Geberkoordinierung gesehen. Die bisherigen Erfahrungen sprechen jedoch dafür, daß Geberkoordinierung gerade in schwachen Ländern, in denen häufig eine ausgeprägte Geberkonkurrenz um erfolgversprechende Projekte besteht und in denen mitunter einzelne Geber in erster Linie politische und wirtschaftliche Eigeninteressen verfolgen eine wenig realistische Option ist; wenn es gelingt, zwischen den Gebern ein gewisses Maß an Transparenz über geplante und laufende Vorhaben herzustellen, ist schon viel gewonnen und häufig das Machbare erreicht. Ein anderer, besserer Ausweg bestünde in einer stärkeren Selbstbeschränkung und Konzentration der Geber. In der deutschen technischen Zusammenarbeit beispielsweise ist es nicht ungewöhnlich, daß in einem Land 30 Projekte in zwölf verschiedenen Sektoren durchgeführt werden. Nur in wenigen Ländern ist es bislang gelungen, die Zusammenarbeit zu konzentrieren (z.B. Brasilien: Armutsbekämpfung/Prorenda, Umweltschutz, industrielle Wettbewerbsfähigkeit). Mit einer stärkeren Konzentration einzelner Geber auf bestimmte sektorale Tätigkeitsfelder steigt für die Nehmerländer die Transparenz, und die Zahl der in jedem Sektor tätigen Geber nimmt deutlich ab. Damit sinken die administrativen Anforderungen an die Nehmerseite. Das Stichwort heißt hier stärkere Signifikanzorientierung der EZ weniger Projekte in weniger Sektoren, aber dafür Projekte, die aufeinander bezogen sind, komplementär zueinander auf verschiedenen Ebenen ansetzen und damit einen fühlbaren Beitrag zur Strukturbildung in bislang strukturschwachen Ländern leisten. Dies ist eine Voraussetzung dafür, daß arme Länder beim weltweiten Kampf um Wohlstand nicht schon in der Vorqualifikation ausscheiden. Entwicklungspolitik und Standortsicherung in Deutschland EZ soll nicht nur einen Beitrag zur Verbesserung der Standortqualität in den Partnerländern leisten. Es wird letzthin auch wieder verstärkt darüber nachgedacht, mit EZ einen Beitrag zur Sicherung des Standorts Deutschland zu leisten. In der aktuellen offiziellen Diskussion gibt es momentan zwei Varianten. In der einen Variante wird über einen größeren direkten Beitrag der Entwicklungspolitik zur Lösung von Wachstums- und Beschäftigungsproblemen in Deutschland nachgedacht über Lieferbindung, Exportsubvention und Marktöffnung bzw. erschließung (Radke 1996, 21 f.). Dies ist nichts Neues und könnte sogar, polemisch gesprochen, als Wende zur Ehrlichkeit in der Entwicklungspolitik dargestellt werden weg vom Gerede von Uneigennützigkeit, hin zu harten Interessen. Eine weitgehende Ausrichtung der Entwicklungspolitik an solchen Interessen hat indes zwei gravierende Nachteile. Erstens entspricht es nicht dem Grundverständnis von EZ, wie es nicht nur innerhalb des größeren Teils der EZ-Community, sondern auch in der Öffentlichkeit verankert ist; und zweitens ist das Volumen der EZ zu gering, um einen substantiellen Beitrag zur Belebung der deutschen Exporte leisten zu können. In der anderen Variante wird über eine größere Kohärenz zwischen Entwicklungspolitik und anderen Feldern wie Außenwirtschaftspolitik oder wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ) nachgedacht. Dies ist eine ebenso sinnvolle wie notwendige Überlegung, denn das bisherige weitgehend unkoordinierte Nebeneinander von TZ, FZ, WTZ, Außenwirtschaftspolitik, auswärtiger Kulturpolitik, Auslandsaktivitäten diverser Bundesministerien, EZ der Länder und dergleichen mehr erzeugt auf der Partnerseite ein beachtliches Maß an Konfusion und Transaktionskosten und ist nicht immer sachlich gerechtfertigt (Foerster et al. 1995). Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, den Zusammenhang zwischen Entwicklungspolitik und Standortpolitik in Deutschland in einer anderen Weise zu diskutieren, mit einem breiteren Zuschnitt des Kohärenzbegriffs, nämlich im Zusammenhang mit dem Thema Zukunftsfähige Entwicklung. Dies wird seit Jahren in der entwicklungspolitischen Community intensiver diskutiert als anderswo. Die entwicklungspolitische Forschung profitiert davon, daß die Grenzen zwischen Disziplinen hier weniger rigide sind als in anderen Teilsystemen der Wissenschaft, weil die Probleme von Entwicklungsländern nur mit einer multidisziplinären Herangehensweise angemessen begriffen werden können. Überdies ist hier im wesentlichen unstrittig, daß wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung und Politik zusammengehören, d.h. politisch gestaltet werden müssen und nicht Zufällen und der Anarchie des Marktes überlassen werden dürfen. Entwicklungspolitiker und entwicklungspolitische Forscher können daher einen substantiellen Beitrag zur Diskussion um die künftige Entwicklung unserer Gesellschaft leisten, um die Schaffung eines zukunftsfähigen Deutschlands. Ein wichtiges Element einer zukunftsfähigen Entwicklungspolitik ist eine mittelfristige Industrie- und Technologiepolitik für zukunftsfähige Entwicklung (Meyer-Stamer 1996, 1997). Industrie- und Technologiepolitik umfaßt nicht nur kurzfristige Maßnahmen zu Verbesserung der Standortqualität, sondern impliziert eine Vielzahl von Wahlentscheidungen über mittel- und langfristige Entwicklungsperspektiven: Soll der radikale technologische Wandel im Informationsbereich zu zentralistischen oder dezentralen Strukturen führen? Soll sich die Entwicklung der Gentechnologie allein an den Ernährungsgewohnheiten und Wohlstandskrankheiten im Norden orientierten? Wie soll die Zukunft von Energieerzeugung und verteilung sowie des Personen- und Gütertransports aussehen? Dabei kann aus der entwicklungspolitischen Ecke verschiedenes beigetragen werden: Sichtweisen, die über hiesigen Provinzialismus hinausweisen, aber auch Wissen über partizipative Methoden der Planung und Entscheidungsfindung. Dies wäre in mehr als einer Hinsicht eine interessante Umkehrung von Perspektiven. Es wäre die praktische Umsetzung der im Grunde längst bekannten Notwendigkeit, daß nicht nur im Süden Strukturanpassung nötig ist. In diesem Sinne lassen sich entwicklungs- und standortpolitische Zielsetzungen vielleicht sogar miteinander versöhnen. Eine konsequente Orientierung bundesdeutscher Standortpolitik auf Zukunftsfähigkeit würde gleichzeitig die Weichen stellen für Prosperität in Deutschland und Spielräume schaffen für Entwicklung im Süden, und dies aus drei Gründen: 1. Eine Reduzierung des Umweltkonsums bei uns (wie auch in anderen Industrieländern) ist die Voraussetzung dafür, daß späte Industrialisierungsprozesse im Süden, die unweigerlich für einen bestimmten Zeitraum mit "nachholender Verschmutzung" einhergehen, nicht zum raschen ökologischen Kollaps des Globus führen. 2. Der Druck in Richtung "sauberer Produktion", den Deutschland wie auch andere Industrieländer seit längerem auf Entwicklungsländer ausüben, stellt hohe Anforderungen an die politische Steuerung und technologische Kompetenz im Süden. Dieser Druck ist nur dann plausibel und legitim, wenn auch wir uns ähnlich hohen Anforderungen unterwerfen (und uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen und, etwa im Sinne einer einseitigen Schwerpunktsetzung auf "Joint Implementation", Aktivitäten überwiegend im Süden erwarten). 3. Es spricht vieles dafür, daß es einen early mover-Vorteil gibt, und zwar nicht nur für umweltverträgliche Technik im Sinne von Filtern, Kläranlagen und umweltfreundlichen Prozessen und Produkten. Ein zukunftsfähiges Entwicklungsmodell kann auf keinem Fall auf inkrementellen Veränderungen im Stile von Ökokühlschränken und 3-Liter-Autos beruhen (Hinterberger, Luks und Stewen 1996). Es setzt vielmehr ganz andere Produktions- und Konsummuster, d.h. in der Terminologie der Innovationsökonomie radikalen technisch-organisatorischen Wandel voraus. Technisch-organisatorisch Entwicklung ist pfadabhängig und häufig mit steigenden Skalenerträgen verbunden (in diesem Kontext insbesondere von steigenden Skalenerträgen von Wissen, d.h. Skalenvorteilen aufgrund von kumulativen Lernprozessen; Arthur 1994). Bei Vorliegen von steigenden Skalenerträgen kann ein Pionier einen Vorsprung aufbauen, der von anderen nur schwer aufgeholt werden kann. Anders formuliert und auf das Thema Zukunftsfähigkeit bezogen: Diejenigen Gesellschaften, die sich frühzeitig in ihrer mittel- und langfristigen Entwicklungsstrategie am Kriterium der Zukunftsfähigkeit orientieren, schaffen ein Umfeld, in denen innovative Systemlösungen für Probleme wie Transport in verstopften Ballungsräumen oder energieeffiziente Bereitstellung von Wärme bzw. Kälte entwickelt werden können. Die an solchen Systemlösungen beteiligten Unternehmen werden Wettbewerbsvorteile haben gegenüber solchen Firmen, die in einem ökologisch weniger anspruchsvollen Umfeld operieren und daher nur mit inkrementell besseren Lösungen aufwarten können. Daß die Nachfrage nach Systemlösungen wie den genannten weltweit und gerade in Entwicklungsländern auftreten wird, weiß jeder, der mal in Neu-Delhi Auto gefahren ist oder in São Paulo neben einer ineffizienten, dröhnenden Klimaanlage gesessen hat. Die zentrale Frage ist: Wo entstehen die Fabriken und Büros, in denen die Produkt- und Dienstleistungskomponenten von zukunftsfähigen Systemlösungen erzeugt werden? An welchen Orten werden die "zukunftsfähigen Arbeitsplätze" geschaffen? Eine plausible Antwort lautet: Dort, wo die Politik frühzeitig die Weichen in Richtung Zukunftsfähigkeit stellt. Dies bedeutet im Umkehrschluß: Der Widerstand gegen ein Umsteuern in Richtung Zukunftsfähigkeit bedroht die Arbeitsplätze von morgen. Industriepolitik für Zukunftsfähigkeit bietet die Chance, den Gegensatz zwischen Standortsicherung bei uns und Entwicklungspolitik für den Süden zu überwinden. Mehr noch: Es existiert hier die Chance und Herausforderung, die Entwicklungspolitik aus ihrer politischen Marginalisierung herauszuholen. Entwicklungspolitik kann mehr sein als eine Aktivität, bei der das Los der Ärmsten der Armen mit allerlei Projekten gelindert wird. Eine Orientierung der Wirtschaftspolitik und von Sektorpolitiken wie der Industrie-, Technologie- und Infrastrukturpolitik auf Zukunftsfähigkeit steht im Norden wie im Süden an; hier wie dort geht es um die Identifizierung eines neuen Entwicklungsmodells. Das implizite Motto von Entwicklungspolitik wäre nicht länger Wir haben es geschafft und zeigen euch jetzt, wie mans macht, sondern Wir suchen gemeinsam nach einem ökologisch verträglichen Wirtschaftsmodell. Bibliographie Amin, Ash, und Thrift, Nigel (1994). Neo-Marshallian nodes in global networks. 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Es gibt natrlich eine Schnittmenge zwischen diese beiden Gruppen, z.B. trkische ArbeitnehmerInnen bei Opel. ! 7.AOO ࡱ; SummaryInformation( Meyer-Stamer@㷼@@㷼@Microsoft Word 6.0 2V}[\<=jk,-    | }   23  >?bc##%%%%,,=->-00b1c111s2t22283Z3]3d333I4J4Y5Z5 6!666c9d999 :nVc ::::>>5?6?@@AA-A.A7A8A B ByBzBBBCC>E?EGGIIKKGLHLLLLLNNNNEOFOQQQQQSRSjTkTTTYY[[L\M\\\ ] ]c]d]^^```` b bgbhbddeeeeWfXfgggghhhh8k9kllVuDn uDP_lmm@nAnoo}o~ooo7p8pppppss!u"uuuuu>v?vwwaxbxxx'y(yyy.z/zg{h{%|&|K}L}C~D~~~efmn/0gh67TUpq@Afgƒǒ+,RS nd CDjk˘̘-.YZXYdpq*+&'ߧCD/N+,UVST߲:;HIU`HI;ξ VncopO stqrFG56uuDVnVn#;RN z I$!z'/x2;8;<<BHPV-`dk#os@svv:z}Kx(5p#hp# p#p#p# p#p#p#p#p# p#p#p#p#p#p# p#p# p# p# p# p#p#p#p#p# p#+5nw&! +ib}Kg\+u345p# p# p#p#p#p# p# p#p# p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#p#,p#K"@"Standard ]a cB@B berschrift 17,7UacB@B berschrift 2X,Uac&A@&Absatz-Standardschriftart$&@$Funotenzeichen]ch4O4Titel 1p U]ac 2O2Titel 2x U]ac0O"0 Zw'berschrXUac0O20LitListe7x]a8@B8 FunotentextTxTa, @R,Fuzeilep#ac 7qt     qqqqqqqqt  !         !6Gw\p&}.-y$ 1  ;RNz I$z$,x/;5899?EMS-]ah#lp@pss:wzKx(5nw&! +ib}Kg\+u34 !!)) :l mnopq5rst>->7>2Jrg Meyer-StamerE:\HTML\JMS\1997\GLOB-IPG.DOC@HP DeskJet 500LPT1:HPDSKJETHP DeskJet 500  DLF ,_ h/nJ HP DeskJet 500  DLF ,_ h/nJ  NTimes New Roman Symbol &ArialTimesTimes New Roman"V hEFEF Zx $ E:\AKTUTXTE\VORLAGEN\GT_HTML.DOT:Globalisierung, Standortkonkurrenz und EntwicklungspolitikJrg Meyer-StamerJrg Meyer-Stamerࡱ;