Technologie und industrielle Wettbewerbsfähigkeit: Allgemeine Überlegungen und Erfahrungen aus Brasilien

Jörg Meyer-Stamer

Zusammenfassung

Brasilien befindet sich in der schwierigen Transitionsphase von der Binnen- zur Wettbewerbsorientierung. Das Importsubstitutionsmodell hinterließ eine Industrie, die nur punktuell wettbewerbsfähig war, und politische Strukturen, die die Anpassung an neue Bedingungen erschwerten. Der Anpassungsdruck auf der Industrie ist groß, der Wandel tiefgreifend. Neue Organisationskonzepte setzen sich in den Firmen durch. Staatliche technologiepolitische Initiativen waren in der Vergangenheit aufgrund der einseitigen Binnenorientierung, die den Wettbewerbsdruck und damit den Anreiz zu Innovationen minimierte, wenig erfolgreich. Neue Ansätze müssen sich an dem neuen technologiepolitischen Paradigma orientieren, das sich in den Industrieländern herausbildet; Stichworte sind Pfadabhängigkeit, differenzierte Instrumente und neue, netzwerkförmige Steuerungsmuster. Damit stehen politische Akteure in Brasilien vor einer Herausforderung, deren Bewältigung schwierig, aber nicht unmöglich ist.